Dampfmühle Sandersdorf
Die Mühle ist nicht bei der DGM registriert
06792 Sandersdorf-Brehna OT Sandersdorf, An der Mühle 1, Landkreis Anhalt Bitterfeld
Koordinaten: 51.627624, 12.269534
Eigentümer(in): k.A.
Das Objekt ist nicht als Kulturdenkmal ausgewiesen.
ehemalige Dampf- und spätere Motormühle
Nutzungsarten: Getreidemühle, Kraftfuttermischwerk
Baujahr: um 1890; Betrieb bis etwa 1989 endgültig stillgelegt
Zustand: ruinös
Technik wird vermutlich kaum noch vorhanden sein

In der 2. Hälfte des 19. Jhds. wurden in der Umgebung von Sandersdorf zahlreiche Braunkohlenvorkommen erschlossen und so wurden um 1881 zwei der nahe des Ortes stehenden Bockwindmühlen durch den Tagebaubetreiber aufgekauft. Eine davon gehörte dem Müller Nuckelt, weswegen in diesem Zusammenhang meist von 'Nuckelts Mühle' gesprochen wird.
Meister Nuckelt setzte sich mit dem Geld nicht etwa zur Ruhe sondern ließ kurz darauf im Ort, nahe der Straßenkreuzung Hauptstraße/Greppiner Straße eine Dampfmühle errichten. Der dazugeörige Fabrikhof ist fast leer, das Mühlengebäude ist ruinös. Das Dach ist größtenteils offen, leere Fensterhöhlen und eine graue, verkommene Fassade lassen ahnen, dass die derzeitigen Besitzer an der Mühle kein Interesse haben.
Das Dachgeschoss der Mühle brannte 1951 aus, wurde aber in den Folgejahren instandgesetzt. Die Mühle wurde noch einige Jahre von der Familie des letzten Müllers bewirtschaftet, solange es die Verhältnisse in der damaligen DDR zuließen.
Später übernahm die örtliche LPG die Mühle und stellte für den Eigenbedarf Futterschrot her. Diese Ära endete schließlich mit dem Aufkommen der 'Kraftfuttermischwerke' in der Landwirtschaft, die alten Müller in den Handwerksmühlen waren vielen Funktionären ohnehin suspekt und man ließ sie reihenweise einfach eingehen. Sich zu behaupten gelang nur wenigen Kleinmühlen.

Auf der Webseite der Familie Synnatzschke finden sich ausführliche Informationen zur Geschichte von  Nuckelts Mühle.

Der Autor hat die Familiengeschichte und damit verbunden die Geschichte der Mühle recht umfangreich nachgezeichnet. Und wenn man so will, ist diese Entwichlung gerade in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wohl nicht untypisch für viele DDR Kleinbetriebe gewesen.







Die Fotos stellte mir eine entfernte Verwandte der Müllerfamilie im Januar 2021 zur Verfügung, herzlichen Dank dafür.



letzte Aktualisierung Sonntag d. 27. September 2020